Vom Kinderwunsch bis zum 4. Kind - ein Plädoyer für mehr Kinder

Adrienne Blancke • 9. Dezember 2021

Fangen wir erstmal mit einem Kind an.

Es hat Vor- und Nachteile das Leben mit einem Kind. Die Exklusivität und das sich als Eltern nur auf ein Kind mit all seinen Eigenschaften einstellen und konzentrieren zu können ist auf jeden Fall ein großer Vorteil, der für ein Einzelkind spricht.


Der Nachteil an dieser Sache ist allerdings auch, dass sich dieses Kind immer nur mit seinen Eltern beschäftigen kann, was einerseits dazu führt, dass es sich auch nur an Erwachsenen orientieret und andererseits dazu führt, dass die Eltern nie mal eine Auszeit haben, da das Kind es ja gewohnt ist von diesen rund um die Uhr gehört und beschäftigt zu werden.

Natürlich gibt es Freunde, Onkel und Tanten, Großeltern, die sich auch mal um das Kind bemühen, es betreuen, Babysitten oder mit ihm spielen, aber im Großen und Ganzen sind immer die Eltern für Abwechslung zuständig.


Kommt nun ein zweites Kind hinzu, lernt das Erste viele wichtige Dinge dazu. Es lernt zu teilen, sowohl den Anspruch auf die Aufmerksamkeit der Eltern als auch sein Spielzeug, Verwandte und Freunde und auch sein Essen. Dadurch wird das erste Kind erstmal vom Thron geschubst und dabei ist es sehr wichtig, dass Eltern es auffangen. Ihm aufzeigen, was es nun aber für Vorteile hat, dass es das Baby halten darf, ihm den Schnuller geben darf, es zum Lachen bringen kann, es auch mal mit dessen Spielsachen spielen darf usw. Damit keine Eifersucht entsteht ist das Verhalten der Eltern in dieser ersten Kennenlernphase der Geschwister entscheidend. Natürlich macht eine 2. Kind auch erstmal doppelt so viel Arbeit. Alle Abläufe vom Aufstehen übers Anziehen, Frühstück, Kindergarten bringen, Abholen, Mittag- und Abendessen und das ins Bett bringen haben sich eingespielt und nun kommt da ein kleines Wesen dazu, dessen Bedürfnisse sich nicht sofort an die der anderen Familienmitglieder und deren gewohnten Tagesablauf anpasst. Da hilft erstmal nur viel Geduld und sic auf die vielen kleinen wundervollen Momente zu konzentrieren, die dieses kleine neue Lebewesen verzaubert und neue Erfahrungen ins Familienleben bringt.


Ist diese erste Eingewöhnungsphase nun gut angelaufen und das kleine Geschwisterchen erstmal zwischen 6 und 9 Monaten, fängt es an, dass die Geschwister immer mehr miteinander agieren und die Eltern immer öfter außen vorbleiben. Das ist etwas Großartiges und sollte auf jeden Fall unterstützt und ausgebaut werden, denn es führt zu so vielen sozialen Lernsituationen für die beiden Geschwister und es führt auch dazu, dass die Eltern sich mehr in die Beobachtungsrolle begeben können. Leider entsteht durch die Interaktion der beiden Geschwister auch immer mal wieder die Notwendigkeit Streit zu schlichten und zu trösten, aber dies bringt allen Familienmitgliedern großartige neue Fähigkeiten, denn diplomatisch sein, zu schlichten, zu argumentieren, eine gerechte Entscheidung zu treffen und den eigenen Kindern beizubringen, wie sie diese oder jene Situation allein lösen können fördert die Sozialkompetenz, nicht nur die der Kinder, sondern auch die der Eltern. Das hilft dann auch im Job und im Umgang mit Freunden, Bekannten, Nachbarn und Fremden das eigene Handeln besser zu Verstehen und diplomatischer zu agieren.


Multitasking, Geduld, Diplomatie, Rechtsprechung und das Teilen sind Eigenschaften, die allen Menschen helfen im Leben besser zurecht zu kommen. Hiermit möchte ich nicht sagen, dass Einzelkinder das nicht auch alles erfahren und lernen können, aber auf einer anderen Ebene, denn bei ihnen passiert dies nicht innerhalb der eigenen 4 Wände, sondern immer außerhalb der eigenen Familie.

 

Wie kommt man nun dazu mit zwei Kindern, mit denen man schon alle Hände voll zu tun hat, auch nur ein drittes Kind in Erwägung zu ziehen. Das hat die Natur hormonell und auch die Evolution schlau angestellt, der Sexualtrieb brachte die Menschen früher dazu gar keine Wahl zu haben. Mit der Entwicklung verschiedener Verhütungsmethoden, hat die Menschheit diesen aber nun bezwungen (zu mindestens was das Ergebnis der Schwangerschaft angeht) und dadurch stellt sich dann die Frage, woher der Kinderwunsch heutzutage dann kommt? Da gibt es unterschiedliche, eigentlich recht egoistische Gründe, die selbstbezogen, wie der Wunsch eine neue Körpererfahrung zu machen, der Wille dem Leben einen tieferen Sinn zu geben und die eigenen Gene weiterzugeben, um unsere kurze Lebenszeit gesehen auf die Existenz von Zeit und Materie durch Nachfahren zu verlängern, nicht vergessen zu werden. Auch die Überwindung von Einsamkeit oder die Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit können diesen Wunsch nach einem Kind auslösen. Des Weiteren gibt es auch soziale Aspekte wie den gesellschaftlichen Druck, die klassische Rollenverteilung, das Sinnbild der Mutter (sowohl religiös als auch gesellschaftlich) und auch den Rechtfertigungsdruck, der Norm zu entsprechen, die diesen Wunsch schüren. Auch paarbezogene Aspekte wie den Wunsch etwas Neues in der Beziehung zu erfahren, die Liebe in die Welt hinauszutragen, eine Stabilisierung und Sicherung der Partnerschaft, aber auch die Behebung und das Vorbeugen von Mängeln in der Partnerschaft können Gründe für den Wunsch nach Kindern sein.


Nun aber zurück zum dritten Kind. Nicht jedes Paar hat das Glück genau die Geschlechterkonstellation bekommen zu haben, die es sich gewünscht hat und möchte deshalb vielleicht noch ein weiteres Kind. Auch die Geschwister können sich ein weiteres Geschwisterchen wünschen. Es gibt da viele unterschiedliche Gründe und manchmal entscheidet da auch die Natur, indem uns der Sexualtrieb doch mal unvorbereitet erwischt oder wir es mit der Verhütung nicht genau genug genommen haben. Egal warum, aber dieses weitere Kind verändert die Rollen der ersten beiden wieder sehr. Das Älteste hat nun noch ein Jüngeres mehr, für das es mit Verantwortung trägt und das zweite wird zum Sandwichkind, dass sich sowohl an die Rechte des Älteren als auch an die Bedürfnisse des Jüngeren anpassen muss. Hierbei gewinnen beide und auch die Eltern wieder viele neue und erweiterte Fähigkeiten hinzu. Das Multitasking muss weiter ausgebaut werden und die Rechtsprechung ist unter drei Parteien auch komplizierter als vorher unter nur zwei. Aber auch die Momente, in denen sich die Kinder wieder miteinander beschäftigen und nicht der vollen Aufmerksamkeit der Eltern bedürfen steigen und somit ist es eine win-win – Situation für Geschwister und Eltern. Natürlich spielen auch die steigenden Kosten von Kind zu Kind eine Rolle, die größere Wohnung, das Auto, die Betreuungskosten und auch die höheren Urlaubskosten sollte man dabei nicht außer Acht lassen. Trotzdem gibt es mit allen Höhe und Tiefen, die das Elterndasein und das Vorhandensein von Geschwistern mit sich bringt, kaum etwas Schöneres, als jemanden zu haben, der sowohl die schönen als auch die nicht so Schönen Erfahrungen mit einem teilt, mit dem man gemeinsam auf diese zurück blicken kann, mit dem man die Verantwortung teilen kann und mit dem man über die Großen und kleinen Irrungen und Wirrungen des Lebens diskutieren und lachen kann.


Bei manch einem führt das Vorhandensein all dieser Dinge zum Wunsch noch ein viertes Kind zu bekommen und auch dieses bereichert die Familie ein weiteres Mal, um all die vorher schon aufgeführten Dinge. Nur die Wahl des Gefährts, dass die nun 6-köpfige Familie von A nach B bringen soll, ist nun deutlich eingeschränkter, alle anderen Aspekte verhalten sich dazu konstant.


Wir haben die Überraschung unseres vollen Kleeblatts in keinster Weise bereut und genießen jeden Tag mit allen 4 Kindern! Vielleicht denken Sie auch noch mal über das ein oder andere kleine Wunder des Lebens nach?


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